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Fachschule Sozialpädagogik gestaltet „Ihren“ Bolognaprozess

Von: Werner Mohrhardt
07.05.2012 17:50 Alter: 1 year

Eine Delegation der Fachschule für Sozialpädagogik am Beruflichen Schulzentrum Odenwald in Michelstadt machte sich zum 2. Mal auf den Weg nach Bologna.


Untergebracht in einem Hotel in der wunderschönen Altstadt von Bologna, absolvierte die Delegation bestehend aus zwei Studierenden und zwei Lehrer ein ambitioniertes Programm. Inhalt des Programms waren Besuche unterschiedlichster sozialpädagogischer Einrichtungen und der Pädagogischen Fakultät an der Universität Bologna.

Zunächst wurde die Organisation AUSL (Sozialdienst für behinderte Menschen San Lazzaro) besucht. AUSL ist eine Organisation die regional unterschiedlichste soziale Dienste unter einem Dach vereint und sich um die Eingliederung von jungen Menschen mit (Be)Hinderungen kümmert. Wichtigstes pädagogisches Ziel ihrer Arbeit ist die Verselbständigung der Menschen und deren Vermittlung auf dem 1. Arbeitsmarkt.

Am nächsten Tag besuchte die Delegation die Fachstelle für Integration, die sich um Familien mit Kindern mit Hinderungen kümmert. Sie veranstalten Fortbildungen für Pädagogen im Kindergarten, Lehrerinnen und Lehrer, genauso wie für Schülerinnen und Schüler. Diese stellten sie an Hand einiger Beispiele vor. Neben diesen Aufgaben und Aktivitäten haben die Kolleginnen der Fachstelle für Integration eine Datenbank erstellt für Fragen rund um das Thema Inklusion. Hier werden alle Angebote und Aktivitäten eingepflegt die aktuell für die Betroffenen selbst oder deren Familie von Interesse sein könnten. Nach diesen vielfältigen Eindrücken konnten die Teilnehmerinnen die vielfältige Kultur Bolognas kennenlernen.

Als nächster thematischer Schwerpunkt des Programms war die Ausbildung als „Sozialpädagogische Fachkraft“ an der Universität Bologna. Diese wurde durch Frau Professor Speltini sehr anschaulich und informativ vorgestellt. Hier erfuhren die Teilnehmerinnen, dass die Ausbildung an der Universität insgesamt fünf Jahre beträgt. In den ersten drei Jahren werden die theoretischen Grundlagen, wie Psychologie, Pädagogik und Soziologie gelehrt und in den darauf folgenden beiden Jahren findet eine Vertiefung des individuell gewählten Schwerpunktes statt.

Am Nachmittag erfolgte eine ausführliche Information im Bildungszentrum zur beruflichen Orientierung, sozialen und beruflichen Integration von jungen sozial benachteiligten Menschen im C.I.O.F.S. Bologna. Unter sozial benachteiligte Menschen verstehen die Mitarbeiter des C.I.O.F.S. Migranten, Arbeitslose und Ex-Strafgefangene. Neben der Rolle und den Aufgabenbereiche der Erzieherinnen und Erziehern wurde insbesondere das „Tutorensystem“ zur Ausbildung und sozialen Begleitung anhand vieler Einzelschicksale dargestellt. Auch hier wurde wieder deutlich, dass das Lebensumfeld der jungen Menschen und die daraus resultierende Lebensbewältigung mit einem kompetenzorientierten und nicht mit einem defizitären Blick erfolgt. Ein Ziel der Arbeit ist es, den jungen Menschen zu vermitteln Bildung als Chance für sich zu erkennen.

Am letzten Tag besuchte die Delegation noch einmal die Universität Bologna und stellte ihrerseits die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin, zum staatlich anerkannten Erzieher in den unterschiedlichen Ausbildungsmöglichkeiten an der Fachschule für Sozialpädagogik am Beruflichen Schulzentrum Odenwaldkreis in Michelstadt vor. Innerhalb der Präsentation wurde auch die methodische Vermittlung des „selbstgesteuerten Lernens“ durch die Studierenden vorgestellt. Im Anschluss an die Präsentation stellten die Professoren der Uni Bologna und die Teilnehmerinnen der Fachschule eine große inhaltliche Gemeinsamkeit fest und vereinbarten eine zukünftige fachliche Zusammenarbeit. Diese zukünftige Kooperation geht soweit, dass sie zu einer rechtlich abgesicherten Anerkennung von Leistungen der jeweiligen Ausbildungsgänge führt. Konkret bedeutet dies, dass Studierende der Fachschule Michelstadt die anschließend ein Studium an der Universität Bologna aufnehmen möchten, ein verkürztes Studium dort absolvieren können. Als nächsten konkreten Schritt wurde die Vorbereitung eines gemeinsamen Seminares zum Thema „Inklusion“ vereinbart. Gemeinsam wird eine Projektarbeit zu diesem Thema von Studierenden der Fachschule und der Universität Bologna im Jahr 2013 stattfinden. Damit gestaltet sich neben den Kooperationen mit den Fachhochschulen Erfurt und Frankfurt eine weitere Kooperation mit der Universität in Bologna.

Mit dieser gemeinsamen Arbeit wird der europäische Gedanke mit Leben gefüllt und in die Odenwaldregion getragen. Wer diesen Prozess von seiner Seite unterstützen möchte, sollte sich an die Fachschule Sozialpädagogik am Beruflichen Schulzentrum in Michelstadt wenden.

 

 


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